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INTERVIEW

„Das Beste aus zwei Welten“

„Das Beste aus zwei Welten“ Der 48jährige Österreicher Martin Strallhofer ist nach mehr als 20 Auslandsjahren mit Jahresbeginn zurückgekehrt. Er ist seit 2006 in der Nutzfahrzeugbranche tätig – sowohl in der Vermietung als auch im Zulieferbereich. | © Markus Gspandl

Martin Strallhofer, Geschäftsführer der österreichischen Vertriebsgesellschaft von Web Trailer in Salzburg, im aktuellen Interview.

dertransporteur.at: Herr Strallhofer, Web Trailer wird vielen unserer Leser noch kein Begriff sein. Stellen Sie das Unternehmen doch bitte kurz vor.

Martin Strallhofer: Wir verbinden das Beste aus zwei Welten! Mit unserem breiten Produktportfolio auf Basis eines Baukastens mit robotergestützter Fertigung können wir einerseits sehr wettbewerbsfähige und langlebige Standard-Spezifikationen darstellen, andererseits unsere Stärke der sehr kundenindividuellen und exakt auf die Transportanforderungen der Kunden zugeschnittenen Fahrzeuge ausspielen.

Wie lange gibt es das Unternehmen bereits und wo wird produziert?

Gegründet wurde das Unternehmen 1995 – die Marke WEB 2009 – und ist seitdem vor allem in Nord- und Westeuropa sehr erfolgreich. Für das weitere Wachstum stärken wir nun unsere Präsenz in Österreich, Ost- und Südeuropa. In der Gruppe produzieren wir jährlich knapp 4.000 Fahrzeuge, Tendenz steigend. Wir verstehen uns als Partner unserer Kunden und bauen Fahrzeuge mit regionalem Fokus und exakt für den jeweiligen Einsatzzweck. Produziert wird ausschließlich in Deutschland mit sehr hoher eigener Fertigungstiefe.

Wo liegen die Stärken in der Produktpalette?

Wo andere Marktbegleiter Ausstattungsvarianten einschränken und zum Beispiel einige wenige Optionen zur Ladungssicherung anbieten, können wir aus dem Vollen schöpfen und genau das bauen, was der Kunde für seinen Einsatz benötigt. Das fängt bei den Abmessungen an, geht bei verschiedenen Rahmen, Böden, Aufbauten und Anbauteilen weiter und wird durch unterschiedlichste Anbauteile ergänzt. Unter anderem stark sind wir bei Fahrzeugen mit Zwangslenkung, Mitnahmestaplern, Rampen, etc. Abgerundet wird dies durch eine überdurchschnittlich hohe Beschichtungs- und Lackqualität der eigenen KTL+Pulver-Anlage, die bei aller Bescheidenheit zu den besten in der Branche gehört. Nicht zuletzt punkten unsere Fahrzeuge mit einer Vielzahl an intelligenten Patenten und besonders benutzerfreundlichen Optionen.

Können Sie hier ein Beispiel geben?

Bei den Behälterabrollfahrzeugen beispielsweise haben wir einige Patente, insbesondere für den Komfort sowie zur Einarbeitung neuer Fahrer, einfließen lassen. Dazu gehören unter anderem eine optische Einspurhilfe sowie eine optische Abfahrkontrolle für die Verriegelung. Bei Containerchassis bauen wir den Heckausschub zum Beispiel deutlich stabiler als unser Wettbewerb und führen diesen als pneumatischen Doppelauszug aus.

Sie sind mit Jahresbeginn in Österreich mit einer eigenen Landesgesellschaft gestartet. Wie war die Resonanz?

Die Resonanz ist durchwegs positiv, da wir eine Lücke bedienen, die aktuell nicht besetzt ist. Wir kombinieren die Vorteile einer kostengünstigen Linienfertigung mit der Flexibilität einer Manufaktur und das mit sehr langlebigen und robusten Produkten. Unsere Kunden profitieren dabei von maßgeschneiderten Fahrzeugen, die genau auf den Einsatzzweck abgestimmt sind.

Was sind Ihre kurz- und mittelfristigen Ziele in Österreich?

Aktuell liegt unser Fokus darin, möglichst viele Kunden und deren Anforderungen kennenzulernen. Mittelfristig werden wir die Niederlassung in Österreich als Hub für weitere angrenzende Länder nutzen. Darüber hinaus ist es unser erklärtes Ziel, Verschiebungen oder die laufende Konsolidierung im Markt geschickt zu nutzen und mit dem Team weiter zu wachsen.

Wie sieht es mit dem Servicenetz hierzulande aus?

Mit unserem Serviceteam arbeiten wir grundsätzlich mit lokalen Werkstätten in Kundennähe zusammen. Sofern einmal Service benötigt wird, wickeln wir dies unbürokratisch und kulant zur Zufriedenheit unseres Kunden ab. Unser modernes Ersatzteilportal unterstützt dabei mit allen Fahrzeug-spezifischen Informationen bei der Abwicklung.

Wird Web Trailer auf der IAA in Hannover präsent sein und wird es Produktneuheiten geben?

Wir fokussieren uns aktuell auf regionale Messen wie beispielsweise die Nufam in Karlsruhe. In Österreich evaluieren wir aktuell Messen wie die nächste MAWEV-Show oder die Holzmesse in Klagenfurt. Was Produktneuheiten betrifft, arbeiten wir ständig an kundenindividuellen Projekten, erweitern aber auch unseren Baukasten weiter, aktuell mit großem Fokus auf Abrollanhänger und Tankcontainer-Chassis.

Wie ist die Nachfrage aktuell und wie schätzen Sie die künftige Marktsituation ein?

Wir glauben, dass die aktuelle Marktlage ein ideales Umfeld bietet, unsere Präsenz ausbauen! Kunden suchen aktuell verstärkt nach multifunktionalen Fahrzeugen, um diese bei schwächerer Nachfrage für verschiedene Transportaufgaben nutzen zu können. Hier können wir unsere Stärke mit sehr kundenindividuellen Spezifikationen und regionalem Fokus auszuspielen. Da unsere Produktion aktuell über mehrere Monate gut ausgelastet ist, arbeiten wir an einer Wachstumsstrategie, um die steigende Nachfrage auch zukünftig bedienen zu können.

Wir danken für das Interview.


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