KOOPERATION MAN/ABB

Megawattladen und mehr

Megawattladen und mehr Thomas Nickels (MAN, links) und Floris van de Klashorst (ABB) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags auf der MAN Teststrecke in München. | © MAN

MAN Truck & Bus und ABB E-mobility haben einen exklusiven Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel der strategischen Partnerschaft ist eine noch engere Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich Entwicklung. „Kooperationen im Bereich Forschung und Entwicklung sind in unserer Branche eher selten“, sagt Thomas Nickels, Senior Vice President Engineering bei MAN, „gemeinsam mit ABB E-mobility streben wir eine vertrauensvolle, verbindliche und transparente Partnerschaft an. Dabei setzen wir schon bei der Entwicklung von Produkten und Standards an und stellen die speziellen Anforderungen in der Nutzfahrzeugindustrie in den Fokus.“

„Durch die Kooperation mit ABB können wir Standardisierungen schneller vorantreiben.“

THOMAS NICKELS, MAN

Gerade für das Megawattladen (MCS) zeige sich die Bedeutung von industrieübergreifenden Kooperationen für die gesamte Branche, so Nickels weiter: „Bei MCS arbeiten wir mit Akteuren aus der gesamten Branche, um künftig Ladeleistungen im Megawattbereich und damit einen nachhaltigen und ökonomischen Schwerlast- und Personenfernverkehr zu ermöglichen. Durch die Kooperation mit ABB E-mobility können wir frühzeitig Herausforderungen der neuen Technologie angehen und Standardisierungen schneller vorantreiben.“

Neue Wege der Signalübertragung

Zu diesen Herausforderungen zählen etwa der Kommunikationsstandard ISO15118-20 oder neue Wege der Signalübertragung. Grundlage für Megawattladen ist eine Ethernet-Kommunikation, die erstmals in der Elektromobilität zum Einsatz kommt. Frühzeitige Software- und Interoperabilitätstests mit Fahrzeug und Ladestation sollen dazu beitragen, in einem neu aufkommenden Marktumfeld möglichst schnell zuverlässige Produkte zu etablieren. Daher rückt die zunächst auf drei Jahre angelegte Kooperation neben der internen Entwicklung und Weiterentwicklung von Ladestationen, Fahrzeugen und Software von Beginn an vor allem die Kundenerfahrung in den Fokus.

„Hohe Ladeleistungen, eine zuverlässige Technologie, Vertrauen beim Kunden – das sind die Voraussetzungen für den Erfolg der Elektromobilität im Schwerlast- und Personenfernverkehr. Durch die Zusammenarbeit mit MAN schon in der Produktfrühphase können wir noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen. Bis 2025 wollen wir ein Produkt auf den Markt bringen, das den Anforderungen der Logistik entspricht“, so Floris van de Klashorst, Senior Vice President Products & Hardware Platforms bei ABB E-mobility.

„Der Markt benötigt ein Ökosystem, das ineinandergreift und zuverlässig arbeitet. Deshalb wollen wir gemeinsam ein Konzept für das Zusammenspiel von MCS und CCS (Combined Charging System, Anm. d. Red.) entwickeln, das Themen wie Platz, Energieversorgung und Netzausbau aufgreift. Das große Know-How von MAN hilft uns, kundenorientierte Lösungen zu entwickeln – sowohl für den Einsatz im Depot als auch auf der Strecke“, gibt van de Klashorst einen Ausblick auf kommende Projekte.


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