WKO-KONJUNKTURUMFRAGE

Noch keine Erholung

Noch keine Erholung „Die Konjunkturerholung ist in der Verkehrswirtschaft noch nicht angekommen“, sagt WKO-Bundesspartenobmann Alexander Klacska, hier (2.v.r.) beim jüngsten Branchentreff der Wiener Transporteure. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie in der aktuellen Printausgabe. | © Florian Wieser

„Die von den Wirtschaftsforschern kürzlich festgestellte leichte Konjunkturerholung der österreichischen Wirtschaft, die sogar etwas über den Erwartungen liegt, freut uns natürlich, doch in unserer Branche ist sie noch nicht angekommen“, sagt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er fasst damit sowohl die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Verkehrswirtschaft für das 2. Quartal als auch sonstige Branchendaten zusammen, die mit einzelnen Ausnahmen noch wenig Optimismus versprühen.

Unzureichende Nachfrage

So bewerten die 173 Betriebe aus dem Bereich Transport und Verkehr, die im Konjunkturtest fürs 2. Quartal befragt wurden, die Nachfrage der vergangenen Monate mehrheitlich negativ. Aber auch für die kommenden drei Monate bleiben die Erwartungen zur Nachfrage getrübt. Befragt nach Behinderungen in der Geschäftstätigkeit gibt nur jeder Dritte an, keine Behinderungen zu haben. Als stärkste Einschränkung der Geschäftstätigkeit nennen 3 von 10 Befragte unzureichende Nachfrage, knapp dahinter folgt nach wie vor Arbeitskräftemangel – und dies, obwohl die Beschäftigung in den letzten Monaten gesunken ist und die Befragten einen weiteren Rückgang der Jobs in der Branche erwarten.

Den Auftragsbestand bezeichnen 6 von 10 Betriebe als „zumindest ausreichend“. „Das heißt, dass umgekehrt 40 Prozent alles andere als zufrieden mit ihrer Auslastung sind“, so Klacska. Zusätzlich setzen ihnen die hohen Preise zu und vor allem aufgrund der immer wieder geschlossenen Straße von Hormus wird weiterhin ein deutlicher Preisanstieg erwartet. „Das spiegelt den Energiepreisschock wider“, sagt Klacska und fügt den Wunsch an das Sozialpartner-Gegenüber hinzu, bei den nächsten Lohnverhandlungen zurückhaltend zu agieren.

Lkw stehen in der Ecke …

Die Probleme durch die Sperre der Straße von Hormus wirken sich generell massiv auf die Transportbranche aus, nicht nur in Österreich. Dies zeigt auch der RWI/ISL Containerumschlag-Index, der die Entwicklung des globalen Containerumschlags abbildet und laut den aktuellsten Daten nach (April) einen Rückgang verbucht. „Der Index ist auch ein wichtiger Indikator für die Weltwirtschaft und zeigt, dass Lieferketten zunehmend unter Druck geraten und die Transportkosten steigen“, so Klacska. Besonders deutlich ist der Rückgang des Containerumschlags in den chinesischen Häfen. Auch beim Nordrange-Index, der die Häfen Le Havre, Zeebrugge, Antwerpen, Rotterdam, Bremen/Bremerhaven und Hamburg abbildet und damit Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum gibt, machen sich die Belastungen durch den Iran-Krieg bemerkbar.

Auf der Straße bezeichnet es Klacska als besorgniserregend, dass viel Laderaum derzeit ungenutzt bleibt. „In der Exportnation Österreich sind es bei Transporten von Österreich in die EU 53 Prozent, die unausgelastet sind. Das heißt, diese Lkw stehen in der Ecke“, so Klacska.


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