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„Bei Kontrollen sind wir Europameister“

„Bei Kontrollen sind wir Europameister“ Faire Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer seien in Österreich eine Selbstverständlichkeit. „Die Forderungen von AK und ÖGB zielen ins Leere“, betont LogCom-Präsident Christian Spendel. | © Marco Dittrich

Am 10. Juni 2022 fand im Bildungszentrum der Arbeiterkammer in Wien die Veranstaltung „Faire Arbeitsbedingungen im Transportgewerbe?“ statt. Lkw-Fahrer seien dereinst die „Kings oft he road“ gewesen, mittlerweile gehe es nur noch um „Just-in-time-Lieferungen“ unter oftmals „verheerenden Arbeitsbedingungen“, sagte Bettina Haidinger von der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA): „Die Verstöße reichen von Unterbezahlung aufgrund falscher Angabe des gewöhnlichen Arbeitsortes des Lenkers bis zur Nichteinhaltung der Entsendevorschriften, von distanzabhängiger Bezahlung anstatt eines Stundenlohns bis zu unzulässigen Lohnabzügen.“ Es sei unerlässlich, die Transportkette bei Kontrollen mittels Fahrtenschreiber und Fahrerkarte aufschlüsseln zu können. Karl Telfs von der Verkehrsgewerkschaft vida forderte eine „Auftraggeberhaftung für Spediteure und Kunden“, die einen „hohen Kosten- und Leistungsdruck auf Transportunternehmen“ ausüben würden.

„Die Forderungen von AK und ÖGB nach klaren Lohn- und Arbeitsbedingungen zielen ins Leere, weil es österreichische Arbeitgeber nicht betrifft!“

Christian spendel, präsident logcom

„Die Forderungen von AK und ÖGB nach klaren Lohn- und Arbeitsbedingungen zielen ins Leere, weil es österreichische Arbeitgeber nicht betrifft“, stellte Christian Spendel, Präsident der ARGE LogCom „LKW – Friends on the Road“ klar. Faire Arbeitsbedingungen in der Güterbeförderung seien hierzulande eine Selbstverständlichkeit. In Österreich werde so viel kontrolliert wie nirgends sonst in Europa. Laut Spendel werde „der wesentliche Aspekt“ nicht berücksichtigt: „Es geht um die Differenzierung zwischen österreichischen und ausländischen Transporteuren“, so Spendel. Anstatt durchsetzbare und kontrollierbare Regeln für alle zu fordern, sollte das gemeinsame Ziel die beste Lösung für österreichische Arbeitgeber und Arbeitnehmer sein. Die konkrete Forderung des „Friends on the Road“-Präsidenten: Eine klare Kabotageregelung für Österreich sei neben besseren Durchgriffsrechten für die Polizei noch wichtiger, um im österreichischen Straßengüterverkehr österreichische Transporteure und ihre Beschäftigten gegenüber ausländischen Lkw nicht weiter zu benachteiligen!


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