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TEST IN WIEN: LADEZONEN-RECHNER

Eierlegende Wollmilchsau

Eierlegende Wollmilchsau Wiens Verkehrsspartenobmann Davor Sertic mit dem Messgerät auf dem Loquaiplatz im sechsten Wiener Gemeindebezirk. | © WK Wien

Einschneidende demografische, wirtschaftliche und ökologische Veränderungen stellen für die urbane Region Niederösterreich-Wien große Herausforderungen für die Logistik dar. Vor allem im urbanen Raum sorgen technologische Entwicklungen, Änderungen in der Sendungs- und Flottenstruktur und zunehmende Regulierungen (EU-, Bundes- und Landesvorgaben) für Handlungsbedarf in puncto Logistik. In Anbetracht dieser Herausforderungen wurde das Kooperationsprojekt „Nachhaltige Logistik 2030+Niederösterreich-Wien“ gestartet. Dahinter stehen sowohl die Länder als auch die Wirtschaftskammern von Niederösterreich und Wien.

„Es geht darum, die Ladezonen strategisch und bedarfsgerecht zu verteilen.“

WIENS SPARTENOBMANN DAVOR SERTIC

Lademöglichkeiten fehlen

Bei der Umfrage im Rahmen der Erstellung des Arbeitsprogramms L2023+ wurde das Fehlen von ausreichenden Lademöglichkeiten als einer der essenziellsten Aspekte genannt. Das Einhalten von Terminen, die effiziente Routenführung und die Durchführung der Liefertätigkeit ohne den fließenden Verkehr zu behindern, seien drängende Probleme, die gelöst werden müssen. „Ladezonen stellen einen zentralen Bestandteil der öffentlichen Logistikinfrastruktur dar, die für die Ver- und Entsorgung der Stadt mit Gütern und Dienstleistungen essenziell ist“, betont Davor Sertic, Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien. Deshalb soll nun in Wien ein optimiertes Ladezonenmanagement umgesetzt werden. Dafür sei es laut Sertic notwendig, den kleinräumigen Güterverkehr nach Menge, Zeit und Fahrzeugtyp branchenspezifisch abzuschätzen, um so die Ladezonen – aktuell gibt es rund 2.600 – „strategisch und bedarfsgerecht“ verteilen zu können. Die TU Wien wurde beauftragt, einen „Ladezonenrechner“ zu entwickeln. Zurzeit wird der Rechner im sechsten Wiener Gemeindebezirk auf dem Loquaiplatz und in der Windmühlgasse getestet.

So funktioniert’s

Das GIS-basierte Verfahren (Geografisches Informationssystem) zur Berechnung der bedarfsorientierten Länge von Ladezonen beruht auf der Analyse von Parzellen (betriebliche Nutzung und Wohnungsnutzung). Der Grundgedanke ist, dass sich mehrere Parzellen eine Ladezone teilen. Güterverkehrsfahrten pro Parzelle werden pro Werktag, Normganglinie und Fahrzeugkategorien abgeschätzt. Abgesehen davon werden Güterverkehrsfahrten, die privaten Haushalten zuzuordnen sind (vor allem KEP-Anlieferungen), grob prognostiziert. Der darauf aufbauende GIS-basierte Algorithmus gibt die theoretisch nötige Länge für die Abwicklung des Lieferverkehrs wieder.

Wie’s weitergeht

Momentan laufen die Tests auf Hochtouren. Im Sommer 2024 soll das System sodann einsatzbereit sein. Mit der Schaffung des Ladezonenrechners könne ein wichtiger Beitrag zur Entpolitisierung der Debatte „wirtschaftlicher Bedürfnisse versus private Parkplätze“ geleistet sowie mittelfristig genügend Ladezonen in Wien geschaffen werden“, ist Davor Sertic überzeugt.


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