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Nachts über den Brenner …

Nachts über den Brenner … Die Erwartungen an die E-Trucks sind hoch: Rund 95 Tonnen CO₂-Ersparnis pro Fahrzeug jährlich beim täglichen Einsatz und bis zu 40 Prozent Rekuperation auf der Brennerroute. | © MAN

MAN und die Spedition Dettendorfer testen im Rahmen eines Pilotprojekts aktuell den nächtlichen Einsatz von vollelektrischen Lkw auf einer Brennerroute zwischen Raubling und Bozen. Dank der bestehenden Ausnahme vom Nachtfahrverbot auf der A12 (Inntal-Autobahn) dürfen eTrucks im Gegensatz zu Diesel-Lkw bekanntlich nachts fahren. „E-Lkw können ein wichtiger Teil der Lösung für den alpinen Güterverkehr auf der Brennerroute sein“, sagt Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr. „Der nächtliche Einsatz von eTrucks zeigt: Weniger CO₂, weniger Lärm und eine bessere Ausnutzung der Infrastruktur sind möglich. Das ist ein wichtiges Signal für grüne Nutzfahrzeug-Korridore in ganz Europa. Jetzt kommt es auf einen konsequenten, grenzüberschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur an.“

Blockabfertigung um bis zu eine Stunde reduzieren

Der „Nachtsprung“ mit eTrucks über den Brenner ist grundsätzlich seit 2021 möglich. Mit dem MAN eTruck, der seit Juni 2025 in München in Serie produziert wird, sollen sich ja mit einer Zwischenladung Tagesreichweiten von bis zu 800 Kilometer im Winter wie im Sommer problemlos realisieren lassen. Laut den MAN-Verantwortlichen zeige eine Modellrechnung, dass bereits 300 in der Nacht eingesetzte eTrucks die Blockabfertigung am Tag in Kufstein um bis zu eine Stunde reduzieren können.

Und: Bei einer Jahreslaufleistung von über 110.000 Kilometern auf deutschen Autobahnen ergibt sich eine Mautersparnis von über 60.000 Euro pro E-Lkw und Jahr, rechnet man seitens MAN vor. Die 100-prozentige Mautbefreiung gilt dabei aktuell allerdings ausschließlich in Deutschland. Erst kürzlich hatte EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas ja empfohlen, die bisher bis Ende 2025 befristete Mautreduzierung für E-Trucks bis Mitte 2031 auszudehnen. In anderen Ländern gelten abweichende Regelungen: Auf der A13 in Österreich werden E-Trucks insbesondere nachts mit bis zu 75 Prozent weniger Maut belastet. In Italien hingegen gibt es auf der Route über den Brenner nach Bozen nur marginale Unterschiede in der Maut zwischen Diesel- und E-Lkw.


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