Transportbarometer

Laut Timocom Transportbarometer, das mit den Frachteingaben aus 46 erfassten europäischen Ländern ermittelt wird, überstieg das erste Quartal 2021 den Vorjahreswert um 58 Prozent: Vergleicht man die Anzahl an Frachteingaben im März 2021 zu denen im März 2019, also einem Zeitraum ohne Ausnahmesituation, zeigt sich, dass die Steigerung im März 2021 in den Frachteingaben mit 138 Prozent noch immer überdurchschnittlich ist. Folglich hat sich die Anzahl der Eingaben nicht nur von krisenbedingten Schwankungen erholt, sondern sich gemessen am Vorkrisenniveau sogar gesteigert.

Blick auf einzelne Märkte

Deutschland: Verglichen mit den Werten aus 2020 entwickelte sich der Binnenverkehr in Deutschland zu Jahresanfang überaus positiv: Januar 5 %, Februar 104 % und März 114 % mehr Frachteingaben in 2021. Die innerdeutsche Entwicklung während des ersten Quartals 2021 spiegelte somit die des gesamteuropäischen Marktes wider. Dieser Trend lässt auf ein starkes zweites Quartal hoffen, sofern kein harter Lockdown beschlossen wird, der sich auf produzierende Unternehmen auswirkt.

Polen: Ein ähnliches Bild ergibt sich für den polnischen Straßengüterverkehr. Gemessen an den Werten aus 2020 verzeichnen die Frachteingaben im polnischen Binnenmarkt über alle drei Monate hinweg einen rapiden Anstieg. So ist Polen laut Daten des nationalen Statistikamtes GUS mit einem vergleichsweise milden Rückgang von 2,8 Prozent seines BIP durch das Krisenjahr 2020 gefahren. Mit diesem Rückenwind und den deutlichen Erholungseffekten im ersten Quartal ist eine Fortsetzung dieses Trends auch im zweiten Quartal 2021 möglich.

Frankreich: Auch hier ist laut Timocom im ersten Quartal ein merklicher Aufwärtstrend im Binnen-Transportgeschehen zu sehen. Das Jahr beginnt in der innerfranzösischen Relation zunächst mit einem Rückgang der Frachteingaben um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Februar sorgt mit 35 Prozent für eine spürbare Verbesserung. Schließlich endet das Quartal mit einem deutlichen Plus von 94 Prozent mehr Frachteingaben im Vergleich zu März 2020.

Laderaumknappheit wird zunehmen

Auffällig ist der starke Rückgang an verfügbarem Laderaum im ersten Quartal 2021. Teilweise sind Einbrüche von -3 bis zu -25 Prozent zu verzeichnen. Dieser Negativtrend resultiert aus der hohen Nachfrage an Transporten. Das Suez-Kanal-Dilemma könnte die Situation noch zuspitzen, so kein harter Lockdown beschlossen werde, meint man bei Timocom: „Die Masse an Gütern, die nun die Häfen ansteuert, wird nicht sämtlich zeitnah abtransportiert werden können. Zudem sind die Kapazitäten an Laderaum für den Nachlauf begrenzt. Dies wird sich in den nächsten Wochen erheblich auf die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten im europäischen Inland auswirken“, so Gunnar Gburek, Company Spokesman von Timocom.


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