AUF BASIS DES D38

Hier fährt der Wasserstoff-MAN vor

Hier fährt der Wasserstoff-MAN vor Schon 2025 soll die zunächst mit rund 200 Einheiten geplante Kleinserie des MAN hTGX an Kunden in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Island sowie ausgewählten außereuropäischen Ländern ausgeliefert werden. | © MAN

Zuletzt war es in der Lkw-Industrie eher ruhig geworden um die Wasserstoff-Verbrenner. Jetzt prescht MAN vor – im kommenden Jahr sollen 200 Einheiten des „hTGX“ an Kunden in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Island sowie ausgewählten außereuropäischen Ländern gehen. Doch wie ernst meint man es in München tatsächlich mit den Wasserstoff-Verbrennern? „Zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs liegt unser Fokus weiter auf batterie-elektrischen Fahrzeugen – diese haben bei der Energieeffizienz und den Betriebs- und Energiekosten aktuell deutliche Vorteile gegenüber anderen Antriebskonzepten“, erklärt MAN-Verkaufsvorstand Friedrich Baumann. Für spezielle Anwendungen eigne sich allerdings „als Ergänzung die Wasserstoffverbrennung oder künftig auch die Brennstoffzellentechnologie“. Insbesondere der Baueinsatz sowie Tank- oder Holztransporte seien prädestiniert.

Nur für Bau-, Tank- oder Holztransport?

Der Wasserstoff-Verbrennungsmotor „H45“ basiert jedenfalls auf dem bekannten MAN D38 Dieselaggregat und wird im Motoren- und Batteriewerk Nürnberg produziert. „Die Verwendung von bekannter Technologie ermöglicht uns einen frühen Markteintritt und gibt damit einen entscheidenden Anstoß zum Hochlauf der Wasserstoffinfrastruktur“, ergänzt Baumann.

Vor allem dann, wenn es um spezielle Transportaufgaben geht, die etwa eine besondere Achskonfiguration benötigen oder wo aufgrund notwendiger Aufbauten kein Batterieplatz am Rahmen vorhanden ist, könnte der Wasserstoff-Antrieb punkten: Der hTGX biete in seinen zunächst angebotenen Achsvarianten 6×2 und 6×4 neben hoher Zuladung maximale Reichweiten von bis zu 600 Kilometern, betont man seitens MAN. Der verwendete H45-Wasserstoff-Verbrennungsmotor, verfüge über eine Leistung von 383 kW bzw. 520 PS und ein Drehmoment von 2.500 Nm bei 900–1.300 U/min. Die Direkteinspritzung des Wasserstoffs in den Motor sorge für besonders schnelle Leistungsentfaltung. Betankt werde das Fahrzeug laut den MAN-Verantwortlichen in weniger als 15 Minuten mit auf 700 bar komprimiertem Wasserstoff (CG H2) und einer Tankkapazität von 56 kg. Und: Der MAN hTGX werde mit weniger als 1g CO2/tkm die Kriterien als „Zero-Emission-Vehicle“ der neuen geplanten EU CO2-Gesetzgebung erfüllen, hebt man hervor.

Und die Brennstoffzelle? „Daran werden wir weiter forschen“, sagt MAN Entwicklungschef Dr. Frederik Zohm, „bis die Technologie wirklich marktreif und wettbewerbsfähig ist, werden allerdings noch einige Jahre vergehen.“


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