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Brennstoffzelle nimmt Fahrt auf

Brennstoffzelle nimmt Fahrt auf Dr. Matthias Jurytko übernimmt die Leitung des Brennstoffzellen-Joint Ventures cellcentric. | © Daimler

Dr. Matthias Jurytko wird ab 1. Juni 2021 das Brennstoffzellen-Joint Venture der Daimler Truck AG und der Volvo Group („cellcentric“) leiten. Bislang – seit April 2019 – war er für die Geschicke im Mercedes-Benz Werk Wörth verantwortlich, davor acht Jahre lang in Gaggenau. Seine Karriere begann er 1990 in der damaligen Mercedes-Benz AG.

Klares Bekenntnis

Daimler und Volvo haben ja ein klares Bekenntnis zum Einsatz von wasserstoffbasierten Brennstoffzellen in Fernverkehrs-Lkw und darüber hinaus unterstrichen. Dieses Vorhaben will man nun mit cellcentric gemeinsam beschleunigen – eine der größten Serienproduktionen von Brennstoffzellensystemen in Europa soll entstehen. Der Produktionsstart ist für 2025 vorgesehen – den Standort will man 2022 bekanntgeben. Bis dahin wird in Esslingen (bei Stuttgart) eine Vorserienproduktion aufgebaut, die auch die laufende Prototypenfertigung erhöhen soll.

Beide cellcentric-Anteilseigner fordern übrigens einen einheitlichen regulatorischen Rahmen in der EU, um die Einführung von wasserstoffbasierten Brennstoffzellen schneller voranzutreiben. Dieser soll der Technologie zudem Kostenparität gegenüber konventionellen Antrieben ermöglichen und sie dadurch für Lkw-Kunden zu einer wirtschaftlichen Alternative machen.

Aus Sicht von Daimler und Volvo ergänzen sich rein batterieelektrisch angetriebene und wasserstoffbasierte Brennstoffzellen-Lkw je nach individuellem Kundeneinsatz: Je leichter die Ladung und je kürzer die Distanz, desto eher wird die Batterie zum Einsatz kommen. Je schwerer die Ladung und je länger die Distanz, desto eher wird die Brennstoffzelle das Mittel der Wahl sein.

Kundenerprobung

In etwa drei Jahren will man mit der Kundenerprobung von Brennstoffzellen-Lkw beginnen und in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts die Serienproduktion aufnehmen. Alle fahrzeugbezogenen Aktivitäten der Unternehmen finden unabhängig voneinander statt, betonen beide Partner: Man bleibe Wettbewerber, sowohl beim gesamten Fahrzeug- und Produktportfolio, und auch bei der Brennstoffzellenintegration in die Fahrzeuge.

Mehr als 300 hochspezialisierte Experten arbeiten bereits in interdisziplinären Teams an den Standorten Nabern, Stuttgart und Burnaby (Kanada) für cellcentric. Bisher wurden rund 700 Einzelpatente erteilt.


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