AUCH IM VERKEHRSSEKTOR

Bereit für die EU-Taxonomie?

Bereit für die EU-Taxonomie? Bei der EU-Taxonomie handelt es sich um ein Klassifizierungssystem, das Aufträge und Investitionen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten lenken soll. | © Continental

Mithilfe eines neuen Informationsportals will Continental Flottenbetreiber auf die Anforderungen der EU-Taxonomie vorbereiten. Die EU hat ja im Rahmen des Green Deals und als Bestandteil des „Aktionsplans zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum“ ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten eingeführt: Die EU-Taxonomie soll Geldgebern als Entscheidungshilfe dienen, Investitionen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten zu lenken. So soll sie dazu führen, dass Unternehmen in der EU ihre Wirtschaftstätigkeit zunehmend nachhaltig gestalten. Das Klassifizierungssystem soll es ermöglichen, die jeweilige Geschäftstätigkeit hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt zu bewerten, und so Anreize schaffen, dass Firmen die negativen Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Umwelt und Klima weiter verringern. Betroffen von der Berichtspflicht sind im ersten Schritt große Kapitalgesellschaften (ab 2024 auch Unternehmen mit u.a. mehr als 250 Mitarbeitern, so der EU-Plan).

Auch Verkehrssektor betroffen

Die Taxonomie definiert insgesamt sechs Umweltziele und identifiziert Wirtschaftstätigkeiten, die einen wichtigen Beitrag zur Zielerreichung leisten. Für Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche, auf die sich die Regelung ebenfalls erstreckt, sind vor allem das Ziel des Klimaschutzes und die Reduktion der CO2-Emissionen von Bedeutung. Dazu zählen Investitionen in emissionsarme oder -freie Antriebe ebenso wie die Verbesserung der Energieeffizienz von Fahrzeugen durch energieeffiziente Reifen. Das EU-Reifenlabel gibt Aufschluss darüber, welche Produkte Taxonomie-konform bewertet werden. Sie müssen in den Kategorien Rollwiderstand und Fahrgeräusch in den zwei besten bzw. der besten verfügbaren Klasse eingeordnet sein, in der laut EPREL-Produktdatenbank mehr als ein Reifenmodell am Markt verfügbar ist.

Continental-Wissensdatenbank

Entsprechend des Beratungskonzepts „Lowest Overall Driving Costs“ (LODC) informiert Continental alle Transportflotten, wie sie sich auf die Anforderungen der Taxonomie einstellen können, und berichtet dort auch über die stetige Weiterentwicklung des Klassifizierungssystems. Zudem beraten die Kundenbetreuer von Continental Flottenbetreiber individuell, welche Produkte den Anforderungen entsprechen. Die Taxonomie wird schrittweise umgesetzt. Noch ist die Berichterstattung für viele Firmen freiwillig. Viele Unternehmen der Logistikbranche berichten aber bereits entsprechend den Vorgaben. Ab dem Jahr 2025 erweitert sich die Beitragspflicht auf immer mehr Firmen (von der Unternehmensgröße abhängig).

Wettbewerbsvorteil?

Transportunternehmen, die ihre Flotte heute schon entsprechend der Taxonomie zukunftsfähig aufstellen, können die Verringerung des CO₂-Fußabdrucks ihrer Flotte freilich als Verkaufsargument gegenüber Auftraggebern nutzen. Besonders relevant ist dies gegenüber Kunden, die aufgrund ihrer Größe bereits verpflichtet sind, Taxonomie-konform zu berichten. „Auch wenn die Umsetzung der EU-Taxonomie für Unternehmen aus dem Transportsegment zunächst eine Herausforderung darstellt, bietet sie auch die Chance, sich gegenüber Wettbewerbern zu differenzieren“, ist man sich bei Continental sicher. Investitionen in die Energieeffizienz von Fahrzeugen rechnen sich grundsätzlich, meint man dort. Denn: Geringerer Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch senke die Fahrzeugbetriebskosten. Großen Anteil daran haben die Reifen: Die operativen Kosten einer Flotte, die durch Reifen beeinflusst werden, liegen bei über 50 Prozent der Gesamtkosten einer Flotte, machen die Conti-Reifenentwickler aufmerksam.


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