Seit 1963 wurden im größten Lkw-Montagewerk von Mercedes-Benz Trucks in Wörth am Rhein 4,4 Millionen Lkw gebaut – aktuell liegt die Kapazität bei bis zu 400 Einheiten pro Tag. Mit einer neuen Fahrerhauslackierung will man nun den CO2-Fußabdruck deutlich verringern, denn bei der Lackierung handelt es sich um den größten Einzel-Energieverbraucher innerhalb der Produktion. Laut den Daimler-Verantwortlichen seien 40 Prozent Einsparpotential möglich. Wie? „Es ist uns gelungen, am Standort Wörth einen der innovativsten Lackierprozesse weltweit zu entwickeln und umzusetzen“, erklärt Werksleiter Andreas Bachhofer. Sogenannte Ultra-High-Solid-Lackmaterialien sind dazu der Schlüssel – sie machen eine Nass-auf-Nass-Applikation der Farben möglich; eine Trocknung zwischen dem Auftrag der verschiedenen Schichten sei so nicht mehr erforderlich.
Umbau während laufender Produktion bis 2026
Nach der Grundierung können darauffolgende Farbschichten in nur einer einzigen Lackierbox komplett aufgetragen werden. Gleichzeitig seien die neuen Anlagen enorm effizient beim Auftragen des Lacks und benötigen deutlich weniger Lackmaterial. Die Anzahl der benötigten Lackierstationen sowie der damit verbundene Energieeinsatz wird ebenfalls erheblich reduziert: Fünf platz- und energiesparende Boxen und zwei Trockner ersetzen künftig 15 Lackierstationen und vier Trockner. In der neuen Anlage können die Fahrerkabinen ohne fossile Energieträger getrocknet werden.
Der komplett neu entwickelte Lackierprozess wird schrittweise eingeführt. In der ersten Stufe des Umbaus wurde zunächst eine der neuen Lackierboxen installiert, bevor die bisherigen Linien sukzessive umgebaut werden können. Der Umbau der Lackierung soll bis 2026 abgeschlossen sein und findet während der laufenden Lkw-Produktion des Werks Wörth statt.
