SCHWARZMÜLLER

Personeller Paukenschlag

Personeller Paukenschlag Beate Paletar will als Schwarzmüller-Alleineigentümerin die Zügel stärker in die Hand nehmen. | © Schwarzmüller

Beate Paletar hat sich entschlossen, die Schwarzmüller-Zügel stärker in die eigenen Hände zu nehmen. Die Tochter von Wilhelm Schwarzmüller jun. wurde jüngst durch die Übernahme der Anteile des zweiten Familienflügels (der Nachfahren von Wilhelms Bruder Egon Schwarzmüller) zur Alleineigentümerin des traditionsreichen Fahrzeugbauers mit Sitz im oberösterreichischen Hanzing und sieht daher Entwicklungspotenzial, das in dieser Form „erstmals seit Jahrzehnten wieder möglich“ sei. Paletar will die Gruppe als Familienunternehmen konsequent weiterentwickeln. Von 2005 bis 2012 war sie ja bereits in der operativen Geschäftsführung tätig.

Dreiköpfiges Team an der Spitze

Als ersten Schritt leitete sie jetzt den Umbau von Geschäftsführung und Aufsichtsrat ein. Für die rasche Optimierung aller operativen Prozesse soll der erfahrene Manager Dipl.-Ing. Thomas Biringer sorgen. Er wird als COO gemeinsam mit dem bestehenden CFO Mag. Michael Hummelbrunner an der Spitze der operativen Gesellschaften stehen. Die Leitung der gesamten Vertriebstätigkeiten übernimmt als CSO Wolfgang Köster, bisher Prokurist und für den Vertrieb der Neufahrzeuge verantwortlich. Das dreiköpfige Team der Geschäftsführung, der kein CEO mehr vorsteht, wird laut Paletar enger an den Aufsichtsrat gebunden.

Die Trennung von Roland Hartwig erfolge einvernehmlich, betont Paletar. Sie dankt dem scheidenden CEO für seine Tätigkeit in den sieben Jahren seit 2016. Hartwig habe Meilensteine bei der Weiterentwicklung des Unternehmens gesetzt, zum Beispiel durch den Aufbau einer völlig neuen Produktion in allen Werken oder bei der Positionierung der Fahrzeugpalette und deren technischer Weiterentwicklung.

Aufwertung des Aufsichtsrates

Paletar, die den Aufsichtsrat seit Jänner leitet, kündigte an, das Kontrollorgan aufzuwerten und dort intensiver die strategische Weiterentwicklung voranzutreiben. Dazu wolle sie ausgewiesene Industrieexperten für dieses Gremium gewinnen. Als erstes neues Aufsichtsratsmitglied hat Paletar Mag. Klaus Rinnerberger, Vorstandsmitglied der Pierer Industrie AG, an Bord geholt. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in die internationale Expansion investiert und so eine Verdoppelung des Umsatzes sowie höhere Marktanteile in vielen europäischen Ländern erreicht“, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende. Die Schwarzmüller Gruppe habe sich als Europas größter Nischenanbieter etabliert, dessen Anhänger seinen Kunden Mehrwert garantieren. Diesen Weg werde man weitergehen, dabei aber Schwerpunkte und Tempo der Entwicklung nochmals überprüfen.

2022: Höchster Umsatz, extreme Einkaufspreise

Mit 446 Millionen Euro Umsatz (2021: 409 Mio Euro; +9 Prozent) und exakt 10.599 produzierten Fahrzeugen (9.962; +5 Prozent) konnte die Schwarzmüller Gruppe im Geschäftsjahr 2022 zahlenmäßig ein weiteres Mal Höchststände erreichen. Bei hohem Auftragsstand habe man spezielle Bauteile nur mit großer Verzögerung beschaffen können, was die Fertigstellung im Segment Fernverkehrstrailer immer wieder behinderte. Gleichzeitig seien die Einkaufspreise in die Höhe geschossen. Das Unternehmen habe mit eigenen Preiserhöhungen entsprechend reagiert, betont Paletar.


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