Gemäß eines Entschließungsantrags des Nationalrats wurden die Straßenprojekte S1, S10, S34, S36 und A5 in den vergangenen Monaten umfangreich evaluiert. Ergebnis: Die S1 und die A5 in das Bauprogramm der ASFINAG aufgenommen und die S10 und S36 darin fortgeführt. Bei der S34 sind noch Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Spange Wörth anhängig, die eine Grundvoraussetzung für deren Umsetzung darstellt. Die S34 bleibt daher außerhalb des Bauprogramms. Die Gesamtinvestition der ASFINAG durch die Umsetzung der vier Projekte beläuft sich auf rund 3,8 Milliarden Euro – nachfolgend eine Übersicht über die evaluierten Projekte:
S1 Wiener Außenring Schnellstraße
Laut Bundesstraßengesetz ist die S 1 Wiener Außenring Schnellstraße zwischen Schwechat und Süßenbrunn – mit dem Tunnel Donau-Lobau – als Lückenschluss im Regionenring um Wien vorgesehen. Dadurch soll eine Entlastung für die stark frequentierten Strecken A 23 Südosttangente und A 4 Ost Autobahn zwischen der Bundeshauptstadt und dem Knoten Schwechat sowie für mehr als 100.000 Menschen, die im 22. Wiener Gemeindebezirk sowie in den angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden leben, erreicht werden. Die Gesamtlänge beträgt 19 Kilometer, davon sind 8,3 Kilometer Tunnel. Mit der Spange Seestadt Aspern wird auch das Stadtentwicklungsgebiet Seestadt an die S 1 angebunden.
Die Fertigstellung des ersten Abschnittes ist für 2032 geplant. Für den Tunnel Donau-Lobau sind noch Verfahren im Laufen, ein Baustart sei daher frühestens 2030 möglich, heißt es.
S10 Mühlviertler Schnellstraße
Mit dem Bau des 9 Kilometer langen, letzten Teilstücks der S10 von Rainbach bis zur Staatsgrenze erfolgt der Lückenschluss der hochrangigen Anbindung an die tschechische D3, die die Wirtschaftsräume Linz und Budweis verbindet und laut Asfinag eine Wertschöpfung von über 400 Millionen Euro leiste. Durch die Umsetzung des Vorhabens mit einer Investitionssumme von 326 Millionen Euro erfolgt eine Bündelung des Verkehrs auf dem hochrangigen Straßennetz und damit eine massive Entlastung der Ortsdurchfahrten an der bestehenden B 310. Geplanter Baubeginn ist 2028, mit einer Verkehrsfreigabe rechnet die ASFINAG im Jahr 2032/33.
A5 Nord/Weinviertel Autobahn
Mit dem Bau des 4 Kilometer langen Lückenschlusses von Poysbrunn bis zur Staatsgrenze wird eine hochrangige Verbindung nach Brünn mit der tschechischen D52 errichtet. Die Umfahrung Drasenhofen wurde bereits 2019 eröffnet, ab Ende 2031 soll der Vollausbau mit einer Investitionssumme von 96 Millionen Euro stattfinden. Die Wertschöpfung durch die Verbindung der beiden Wirtschaftsräume betrage laut Asfinag allein für Österreich 850 Millionen Euro.
S36 Murtal Schnellstraße
Mit dem Bau des rund 12 Kilometer langen Lückenschlusses zwischen Judenburg und St. Georgen erfolgt eine massive Entlastung der Anrainergemeinden der B317. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 640 Millionen Euro, wobei hier vor allem kostenintensive Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen sind. Geplanter Baubeginn ist 2029, mit einer Verkehrsfreigabe ist 2034 zu rechnen.
S34 Traisental Schnellstraße
Die S34 Traisental Schnellstraße ist eine Neubaustrecke im Südwesten von St. Pölten zwischen der B 1 Wiener Bundesstraße im Norden über einen Knoten mit der A 1 West Autobahn bis zur B 20 Mariazeller Straße bei Wilhelmsburg Nord. Die Umsetzung des Vorhabens ist in zwei Verwirklichungsabschnitten vorgesehen und es liegen rechtskräftige Bescheide zur Umsetzung vor.
Offen ist derzeit die Genehmigung für die in die S 34 einbindende Spange Wörth, ein Projekt des Landes Niederösterreich. Das Beschwerdeverfahren wurde vom Bundesverwaltungsgericht (BVwG) unterbrochen und ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union (EUGH) eingebracht. Diese Entscheidung gilt es abzuwarten, weshalb die S34 derzeit nicht im ASFINAG Bauprogramm aufgenommen wird.
Evaluierung und Prüfberichte sind auf der Website des Mobilitätsministeriums abrufbar.
