Gräf & Stift L 230

Baujahr 1966
Gräf & Stift L 230

Generationenübergreifend

Bei der Instandhaltung seiner historischen Nutzfahrzeuge kann der Steirer Josef Sulzbacher mittlerweile auf die tatkräftige Mithilfe seiner Enkelsöhne vertrauen.

Elias Diethardt ist trotz seiner 16 Jahre bereits ein kompetenter Benzin- bzw. Diesel-Bruder. „Vor fünf Jahren waren Sie aber mit einem anderen Auto da“, erinnerte er sich an den letzten Besuch des Autors bei seinem Großvater Josef Sulzbacher in Sankt Georgen ob Judenburg. Stimmt, und auch Marke und Type des damaligen Fahrzeugs wusste der Junior noch genau.

Beim Fototermin mit dem wunderschön restaurierten Gräf & Stift L 230 übernimmt es der Teenager, den 1966 gebauten Lkw mit seiner komplizierten Schaltkulisse punktgenau in das rechte Licht zu rangieren. Unterstützt vom Opa und seinem gleichaltrigen Cousin Fabio Mürzl gelingen ihm auch das Ankuppeln des Anhängers und das Rückwärtsfahren mit dem kompletten Gliederzug sehr routiniert. Elias und Fabio sind nicht nur Enkel eines pensionierten Frächters (der 76-jährige Josef Sulzbacher war von 1968 bis 2005 Chef seines gleichnamigen Unternehmens) sondern jeweils auch Söhne von Transportunternehmern aus dem Bezirk Murtal.

Baujahr 1966

Sulzbachers Gräf & Stift L 230 ist Baujahr 1966 und hat in seinem aktiven Berufsleben rund 690.000 Kilometer absolviert. Der 10,8-Liter-Sechszylindermotor (ein OM 346 von Mercedes-Benz) leistet entgegen dem Hinweis der schön geschwungenen Ziffern an der Fahrzeugfront 210 PS. Mit fünf Gräf & Stift-Lkw sowie einem ÖAF ist Josef Sulzbacher ein besonderer Fan und ausgewiesener Experte für die beiden heimischen Traditionsmarken: „Bevor ich das Auto gekauft habe, gehörte es der Firma Böntner und war im Gefahrgut-Transport im Einsatz.“

DREI OLDTIMER-FANS Josef Sulzbacher mit seinen Enkelsöhnen Fabio Mürzl (links) und Elias Diethardt.
ZEITLOS SCHÖN Fahrerarbeitsplatz mit zahlreichen stilvollen Details.
ZEITLOS SCHÖN Fahrerarbeitsplatz mit zahlreichen stilvollen Details.
ZEITLOS SCHÖN Fahrerarbeitsplatz mit zahlreichen stilvollen Details.
AM STEUER Josef Sulzbacher ist gern mit seinen historischen Fahrzeugen unterwegs.

Sonnengebleicht

Wer sich mit so viel Leidenschaft, Expertise und Hingabe der Restaurierung und Pflege von Oldtimern verschrieben hat wie Josef Sulzbacher, will natürlich auch jeden noch so kleinen Schönheitsfehler vermeiden. Da sich das schöne Blau der Plane des Anhängers durch das Abstellen im Freien und das daraus resultierende Ausbleichen vom Farbton der Plane des Zugfahrzeugs unterscheidet, ist an eine Erweiterung der Unterstellmöglichkeiten gedacht. Für seinen Enkel Elias wird vermutlich auch das Einparken des Dreiachs-Anhängers in der neuen Garage bald zur Routine geworden sein.

Gräf & Stift

Gräf & Stift (ab 1907: Wiener Automobilfabrik A.G., vorm. Gräf & Stift) war ein 1904 von den Brüdern Franz, Heinrich und Carl Gräf sowie dem Kaufmann und Investor Wilhelm Stift sen. gegründeter österreichischer Automobilhersteller. Die Fahrzeuge des Unternehmens trugen als Kühlerfigur die Statue eines Löwen, dessen Gestalt den Löwen an der Nussdorfer Schleuse in Wien nachempfunden war. 1970 begann Gräf & Stift nach verlustreichen Jahren Verhandlungen mit der Österreichischen Automobil Fabriks-AG und 1971 erwarb die ÖAF 99 Prozent der Gräf-Aktien. Der neue Firmenname lautete nun ÖAF-Gräf & Stift AG. Noch im selben Jahr wurde das Unternehmen von der MAN AG übernommen.

AWD


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