Saurer 6 GAVR-L

Baujahr 1958
Saurer 6 GAVR-L

Erinnerung an einen Exoten

Mit der Restaurierung eines seltenen Allrad-Saurer läßt Max Zottler aus Niklasdorf die Jugenderinnerungen von Franz Mayr-Melnhof-Saurau (Franz VI.“) aufleben.

Max Zottler ist auch unter seinem Spitznamen „Diesel-Max“ ein Fixstern der heimischen Lkw-Oldtimer-Szene. Neben der Pflege seiner eigenen Sammlung organisiert der Transportunternehmer im Ruhestand auch das „Internationale Treffen historischer Nutzfahrzeuge“ in Leoben und betreibt Imagearbeit für die heimischen Frächter. Zudem ist er anerkannter Experte für Fahrzeuge der Österreichischen Saurer Werke und Autor mehrerer Bücher zu dieser Marke.

Auf seinem früheren Engagement im Motorsport basiert die Bekanntschaft mit dem 1993 bei einem Autounfall verstorbenen Forstbesitzer und Holzindustriellen Franz Mayr-Melnhof („Franz V.“). Für dessen Sohn Franz VI. restauriert er aktuell einen Saurer 6 GAVR-L aus dem Jahr 1958. Dieser seltene Allrad-Saurer war mit einem Anhänger für die Firma Mayr-Melnhof für Langholz-Transporte unterwegs. Mit diesen Einsätzen des Saurer verbindet der 1977 geborene Franz VI. zahlreiche Jugenderinnerungen.

Unbeliebt

Hauptkunden für den traktionsstarken 4×4-Lkw aus dem Saurer-Werk in Wien-Simmering waren das Bundesheer und heimische Forstbetriebe. Max Zottler: „Vorteil des Frontlenkers war seine gute Wendigkeit.“ Dank der ungünstig platzierten Trittstufen und der hinten angeschlagenen Türen ist der Zustieg eher mühsam, dadurch war das Auto bei den Chauffeuren nicht sehr beliebt. Der Achtliter-Reihensechszylindermotor leistet für die damalige Zeit recht beachtliche 145 PS.

NOCH OHNE AUFBAU Hauptaufgabe des 6 GAVFR-L waren Langholztransporte mit Anhänger.
UNORTHODOX Max Zottler demonstriert die hinten angeschlagene Fahrertür.
ZEITZEUGIN Veedol-Girl am Kühlergrill.
Das zeitgenössische Logo am Saurer zeigt die Buchstaben FMM für „Franz Mayr-Melnhof“.
MADE IN VIENNA Markenzeichen der Wiener Saurer Werke.
ARBEITSPLATZ Fahrerhaus mit dem Flair der späten 1950er-Jahre.

Kippgefahr

Im militärischen Einsatz konnte sich der Saurer durchaus bewähren, in den Spurrillen der steirischen Wälder ist er wegen seiner eher schmalen Spur aber des öfteren umgekippt. Max Zottler: „Bei Mayr-Melnhof hat man daher nach den eher schlechten Erfahrungen mit dem ersten Auto von der angedachten Bestellung weiterer Fahrzeuge abgesehen.“

Das Unternehmen

Die Mayr-Melnhof Holz Gruppe wurde 1850 als Sägewerk in Leoben gegründet und befindet sich im Besitz der F. Mayr-Melnhof-Saurau Industrie Holding GmbH. Das Unternehmen gliedert sich in die Bereiche Schnittholz und Weiterverarbeitung. Die drei Sägewerksstandorte befinden sich in Leoben (A), Paskov (CZ) und Efimovskij (RU). Die Holzweiterverarbeitung erfolgt an vier Standorten in Gaishorn und Reuthe (beide A) sowie Wismar und Olsberg (beide D). Das Holzbau-Produktionsprogramm von Mayr-Melnhof Holz umfasst Brettschichtholz und Sonderbauteile, Brettschichtholzdecken und Brettschichtholzdielen, Holzmassivbauelemente, Brettsperrholz, Holz-Beton-Verbundelemente und Betonschalungstechnik. Das zeitgenössische Logo am Saurer zeigt die Buchstaben FMM für „Franz Mayr-Melnhof“.

AWD


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