ELEKTRO-ERPROBUNG

Arlberg-Challenge

Arlberg-Challenge eActros 300: 111 Kilometer über Bludenz, Stuben, St. Anton und Lech inklusive dem Arlbergpass auf über 1.800 Meter Höhe ohne Zwischenladen. | © Daimler Truck

Nach DAF (wir berichteten) hat sich nun auch Mercedes-Benz mit einem Elektro-Modell in die Alpen gewagt: Im Rahmen einer Versuchsreihe hat der auf der IAA in Hannover erstmals vorgestellte eActros 300 als Sattelzugmaschine erfolgreich den Arlbergpass in Österreich überquert. Mit 40 Tonnen Gesamtgewicht bewältigte man eine Strecke von insgesamt 111 Kilometern über Bludenz, Stuben, St. Anton und Lech auf streckenweise über 1.800 Meter Höhe. Ein besonderer Fokus lag auf der Energierückgewinnung durch Rekuperation, die gerade in der alpinen Topographie Tirols ausgiebig genutzt werden kann. Laut den Daimler-Ingenieuren konnte die elektrische Sattelzugmaschine rund 180 kWh Energie zurückgewinnen. Am Ende der anspruchsvollen Tour waren noch 36 Prozent Energie verfügbar.

„Die intensiven Tests in Österreich haben gezeigt, dass unser E-Lkw selbst bei besonders anspruchsvoller Topographie mit extremen Steigungen und Gefällen seine Aufgaben verlässlich erfüllen kann.“

stina fagermann, marketingleiterin mercedes-benz trucks

Insgesamt hat der E-Sattelzug im Erprobungsverlauf 2.300 Höhenmeter bewältigt – die maximale Steigung lag bei 13 Prozent. Die Batterien der Sattelzugmaschine wurden auf dem Weg ins Testgebiet ausschließlich an öffentlichen Ladesäulen geladen. Der Serienstart der eActros 300 Sattelzugmaschine ist für die zweite Jahreshälfte 2023 vorgesehen.

Ausgiebige Tests

In der Vergangenheit wurde der eActros für den schweren Verteilerverkehr, der seit Oktober 2021 im Werk Wörth am Rhein vom Band läuft, bereits intensiv auf Herz und Nieren geprüft. So haben laut Daimler seriennahe E-Lkw beispielsweise in Südtirol die Alpen überquert und dabei im Erprobungsverlauf insgesamt 54.000 Höhenmeter bewältigt. Den höchsten Punkt erreichten die Fahrzeuge während der Messfahrten am Kaunertaler Gletscher mit 2.750 Metern. In Granada, Spanien, absolvierte der eActros Sommertests bei sehr hohen Temperaturen bis 45°C, während er sich am Polarkreis in Rovaniemi, Finnland, bei Schnee und Eis mit frostigen Temperaturen von bis zu -25°C beweisen konnte.


Das könnte Sie auch interessieren

FILMBEITRAG

Der neue ID. Buzz

FACHMESSE AUTOZUM

Vom Winter in den Sommer

LKW-Hersteller Verband

CO2: „Größte Herausforderung!“

BEREITS BESTELLTE NFZ

NoVA verschoben