HYDROGEN AUSTRIA JAHRESVERSAMMLUNG

Kräftiges Lebenszeichen

Kräftiges Lebenszeichen Diskutierten über Chancen, Barrieren und Handlungserfordernisse für die Wasserstoffwirtschaft (von links): Radisa Nunic (Worthington), Thomas Bürgler (voestalpine), Sarah Löschl (BMAW), Manuela Prieler (WIVA P&G), Michaela Leonhardt (Wien Energie), Arno Gattinger (BMK) und Alexander Trattner (HyCentA Research). | © Standortagentur Tirol

Rund 160 Experten aus ganz Österreich versammelten sich am 23. Februar 2023 zur ersten „Hydrogen Austria“-Jahresveranstaltung im Congress Igls in Tirol. Das Clusternetzwerk Hydrogen Austria startete vor rund einem Jahr unter dem Dach der Standortagentur Tirol und versammelt über 60 der wichtigsten Player im Bereich Wasserstoff in Österreich.

„Wasserstoff spielt eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft, sowohl in der Industrie als auch im Bereich der Mobilität“, so Tirols Landeshauptmann Anton Mattle in seiner Eröffnungsrede. Dabei zeigte er stolz auf Vorzeigebeispiele im eigenen Land: Die Firma MPreis nehme hier mit ihrem Wasserstoff-Projekt eine Vorreiterrolle ein. Diese habe selbst einen Elektrolyseur in Betrieb genommen und starte demnächst mit dem Betrieb eigener wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen-Lkw. Dass Tirol zudem der Nabel der nationalen „Hydrogen Austria“-Clusterarbeit ist, zeuge von der Vorzeigerolle, die Tirol im Bereich der Wasserstoffwirtschaft einnehme.

„Das Thema pressiert und wir brauchen ein finanzielles Commitment der Ministerien, um die Bereiche von Förderungen und Innovation weiter zu stärken.“

Alexander Trattner, Hycenta research gmbh

„Die Energiekrise können wir nur überwinden, indem wir die Energiewende schaffen und gemeinsam an einem Strang ziehen“, stieß Tirols Wirtschaftslandesrat Mario Gerber ins gleiche Horn. Der „Hydrogen Austria“-Cluster sei ein Beispiel für ein gelungenes Miteinander, bei dem Experten aus der Forschung mit Praktikern aus der Wirtschaft zueinander finden: „Kommunikation ob der Zukunftsträchtigkeit dieser Technologie ist wichtig, aber wir müssen rasch in die Umsetzung kommen“, mahnte er ein.

Gute Labor- und Prüfinfrastruktur

Was Wasserstoff leisten kann und wo Österreich im Bereich der Wasserstofftechnologie steht, analysierten Keynote-Speaker wie Christian Weinberger, Strategy Adviser Green Hydrogen für Hydrogen Europe. Bei der Fachtagung präsentierten österreichische Unternehmen auch ihre zukunftsweisenden Leuchtturmprojekte, wie u.a. Wien Energie GmbH oder die Voestalpine AG. Grundsätzlich sei man hier in Österreich sehr gut aufgestellt, wie Alexander Trattner, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der HyCentA Research GmbH mit Sitz in Graz, betonte: „Seit den 1970er Jahren wird in Österreich rund um die TU Graz bereits im Bereich Wasserstoff geforscht. Da ist organisch viel gewachsen und wir verfügen über eine gute Labor- und Prüfinfrastruktur.“

Trattner plädierte für mehr Dynamik beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Österreich: „Jetzt muss man den nächsten Schritt gehen! Das Thema pressiert und wir brauchen ein finanzielles Commitment der Ministerien, um die Bereiche von Förderungen und Innovation weiter zu stärken.“ Es brauche technologische und sektorale Offenheit gegenüber dem Thema Wasserstoff. Alle erneuerbaren Energieträger müssten schnellstmöglich ausgebaut und zu Marktreife gebracht werden in allen Sektoren: Mobilität, Industrie und Energie.


Das könnte Sie auch interessieren

WASSERSTOFF-TANKSTELLE

Weitblick

TIROL: SEKTORALES FAHRVERBOT

Überhaupt noch zeitgemäß?

ALLIANZ

Schwerer Riese

POLIT-TALK MIT VERKEHRSSPRECHERN

Wie fit die Parteien wirklich sind